… zur Fortsetzung des Stephan-Blogs. Whitney….oder nachfolgend auch Winney-Maus genannt, ist seit letztem Jahr bei uns eingezogen und hat nun das Rudel komplettiert. Damit ich nun beiden „Galgoletten“ gerecht werde, ist dieser neue Blog entstanden.
Man sagt doch immer „Unterschiede ziehen sich an“ und dem kann ich nicht widersprechen: Stephan, der souveräne, ruhige, ausgeglichene, äußerst coole und majestätische Galgo ist mein Galgo-Sohn und Whitney, die temperamentvolle, lausbübische, jagdbesessene „Wundertüte“ meine süße Galga-Maus. Wenn ich früher im noch bestehenden Stephan-Blog (www.eingalgonamensstephan.wordpress.com) mich über Steffs Eigenschaften wunderte, zum Beispiel was er denn für ein Lausbub sei, dann hätte ich es im Leben nicht für möglich gehalten, dass dies noch um Längen „schlimmer“ sein könnte, doch Whitney hat mich da eines besseren belehrt.
Sie kam im Oktober 2018 erstmals für einen Monat zu mir, danach folgten vier weitere Monate als Pflegehund und danach war es um mich geschehen: Pflegestellenversager nennt man diese Gruppe Menschen, die als Pflegestelle arbeiten und danach nicht mehr loslassen können und ja…ich bin einer von ihnen.
Auch am Anfang dieses Blogs möchte ich mich erstmal bedanken bei den Menschen, die so viel Herzblut in den Tierschutz investieren und die richtige Art der Adoption eines Galgos erst ermöglichen: ein riesiges DANKESCHÖN geht an Yaiza und Karin von GALGOFREEDOM in Spanien, an Sandra und Christian von der HUNDEPENSION GRISETTE und an alle Pflegestellen, Flugpaten und Helfer.
Ich möchte euch hier teilnehmen lassen, an unserem gemeinsamen Leben, mit all den Höhen und Tiefen, euch zeigen, wie grandios und aufregend doch ein Leben mit Galgos sein kann.
Eine Trilogie der Ereignisse – Part 1
Ich muss ehrlich gestehen, ich habe mich etwas gescheut hier im Blog über die vielen vergangenen Ereignisse diesen Jahres zu berichten, denn es ist so viel in so kurzer Zeit passiert, dass man es erstmal verarbeiten muss, um Aussenstehenden berichten zu können. Deswegen habe ich mich entschieden, daraus eine Trilogie zu machen, um auch wirklich alles erzählen zu können, auch sehr persönliche Sachen, die so manch einer vielleicht nicht in die Öffentlichkeit tragen würde, ich es aber trotzdem tue, weil sie einfach ein wichtiger Bestandteil dieser ganzen Geschichte sind.

Am Ostersonntag diesen Jahres verstarb nach kurzer und schwerer Krankheit meine Frau Lena. Dieses Ereignis war vorhersehbar und trotzdem hat es uns wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen und es wirbelte all meine Pläne durcheinander. Ich wollte einen „Neuanfang“ starten im wunderschönen Elsass, in Ruhe und in Frieden, an einem Ort, der für uns alle perfekt gewesen wäre. Wir wohnten in einem recht abgelegenen Dorf in den Vogesen, umgeben von Bergen und einem Haus mit einem großen windhundtauglichen Grundstück. Geplant war, dass ich dort im Home Office arbeite und die Zeit, in der ich ins Büro nach Deutschland gemusst hätte, hätte Lena auf die Hunde aufgepasst, so dass sie nie allein gewesen wären. Leider kann das Leben ein richtiges Arschloch sein und hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ich versuchte anfangs meine Arbeit so zu gestalten, dass ich sehr oft im Home Office blieb und die Arbeit in Deutschland (teils Büro, teils Vermessungsarbeit im Südschwarzwald) auf ein Minimum reduzierte, so dass Stephan und Whitney maximal 6h allein blieben. Nach einiger Zeit merkte ich aber, dass der Plan so nicht aufging, weil man von meiner Arbeitgeberseite verlangte mehr Zeit im Büro zu verbringen und auch die Zeitrechnung teils so nicht aufging, weil ich aufgrund von (nicht erwarteten und ungeplanten) Arbeitsverzögerungen und teils auch Staus auf dem Arbeitsweg immer mehr ins „Schleudern“ geriet und es mich enorm unter Stress setzte. Meine höchste Priorität, mein Arbeitsleben und mein Zusammenleben mit den Hunden unter „einen Hut zu bekommen“ schien zu scheitern, zu mal auch das Haus und das große Grundstück gepflegt werden mussten. Jeder, der seine Windhunde irgendwo rennen lässt, kennt die Gefahren, die von herumliegenden Steinen und Ästen ausgeht. Auch jedes gegrabene Loch, sei aus von Mäusen, Maulwürfen oder von Baumeister Winney sind eben eine potentielle Gefahr für die Galgos, die entfernt werden müssen.
Ich tat alles in meiner Macht stehende um den Hunden, meiner Arbeit und auch mir selbst gerecht zu werden, merkte aber immer mehr, wieviel Kraft das kostet. Vor allem der Gedanke an die Hunde während meiner Abwesenheit brach mir das Herz und versetzte mich so unter Druck, das ich das ein oder andere Mal dermassen schnell mit dem Auto unterwegs war, dass ich Glück hatte nicht geblitzt worden zu sein.
Stephan und Whitney hatten diese Zeit meisterhaft gelöst, haben nie etwas im Haus kaputt gemacht und sich immer gefreut, wenn ich nach Hause kam, dass es einem Überfallkommando glich und ich mich vor Freude kaum retten konnte. Für die extrem menschbezogene Winney war es eine sehr schwierige Zeit. Meine damalige Frau war sicher nicht die perfekte Bezugsperson für sie aber trotzdem war eben immer jemand zu Hause.
Ich merkte immer mehr, wie anhänglich sie war, teilweise konnte ich keinen Schritt allein durch das Haus machen, sie lief mir immer hinterher. Auch nach dem Nachhausekommen von der Arbeit, ließ ich beide immer sofort in den Garten, damit sie sich die Beine vertreten konnten. Stephan legte sich dann immer auf die Couch und genoss die Freiheit und Whitney erledigte ihr kleines Geschäft und schwupps….verfolgte sie mich wieder auf Schritt und Tritt.
Nun kam es aber zu einem Ereignis, das unser Leben auf den Kopf stellte und man wieder einmal bemerken muss: sie übel, wie einem das Leben manchmal mitspielen kann, so schön und verrückt kann es auch sein. Der besagte Tag war der 26. Juni, ein Tag an dem sich einfach alles veränderte. Einen ganz lieben Gruß möchten wir hiermit auch in die Schweiz zu Irene+Mann und Galgo-Anhang senden. Genau an jenem besagten Tag besuchten sie uns in Frankreich und machten diesen Tag noch schöner. Die Galgos verstanden sich super und nutzten den Tag und das große Gelände für einen ausgiebigen Run, der uns ein Lächeln ins Gesicht zauberte….aber zurück zum Morgen des 26. Juni. Wir gingen wie immer an einem Samstag Morgen eine größere Runde durch den Wald und als wir zurückkamen, legten sich Steff und Winney-Maus nach dem Frühstück auf die Couch. Meine Aufgabe bestand darin, vor dem kommenden Besuch das Grundstück abzulaufen um etwaige Gefahren für rennende Galgos zu finden und zu entfernen.

Dabei schoss mir ein Gedanke durch den Kopf und zwar so unfassbar schnell und intensiv, dass ich sofort stehenblieb und meine Arbeit unterbrach: was macht eigentlich Rabea… meine Ex-Freundin und Verlobte von damals? Geht es ihr gut? Ich beschloss ihr eine Nachricht über den Messenger zu schicken, damit vielleicht meine Fragen beantwortet werden. Nach wenigen Sekunden kam schon die Antwort und es stellte sich heraus, dass das Schicksal mal wieder seine Finger im Spiel hatte. Rabea befand sich einige Minuten vor meiner Nachricht auf dem Friedhof und hockte vor dem Grab ihrer Oma. Sie weinte dort aufgrund ihres Lebens, ihrer unglücklichen Ehe und sprach mit ihrer verstorbenen Oma und bat um ein Zeichen, dass man sie erhörte, denn sie konnte und wollte so nicht mehr weiterleben, voller Unglück und Lieblosigkeit.
Man kann nun davon halten, was man will…entweder man glaubt es oder nicht. Ich kenne ihre Lebensgeschichte zu gut, wir kennen uns jetzt mittlerweile schon 26 Jahre, auch wenn wir viele Jahre keinen Kontakt hatten. Fakt ist: ihre Bitte um eine Antwort für ein glückliches Leben und meine Nachricht an sie veränderte unser Leben komplett, auch das Leben von Stephan und Whitney.

Es traten nun 2 neue Menschen in ihr Leben, die sie mit Liebe nur so überschütteten, denn Rabea hat noch einen fast erwachsenen Sohn, der ebenfalls sehr tierlieb ist. Natürlich gibt es auch immer eine Kehrseite der Medaille, denn nun musste ich nicht nur in der Woche manchmal für einige Stunden nach Deutschland zur Arbeit sondern auch am Wochenende, damit ich meine neue Liebe treffen konnte, denn es war aus diversen Gründen nicht immer möglich, dass meine neue Lebenspartnerin nach Frankreich kommen konnte. Wenn sie uns besuchte, wurde sie immer von Steff und Winney-Maus belagert und beschmust. Das war für uns drei immer ein Festtag!
Unsere Aufgabe bestand nun darin, die zwei verschiedenen Leben und Familien zusammenzuführen, was anfänglich ganz schön schwierig war, denn die Lage sah folgendermassen aus: Rabea samt Sohn und einer Katze! wohnen in einem Haus mit eingezäunten Garten in Rheinfelden und arbeiten auch dort bzw. gehen dort zur Schule.

Sonnen im Stadthaus 
beide vor Ehrfurcht erstarrt…mehr zum Thema in Teil 2 
abhängen im Sitzsack 
typische Winney-Pose im Sitzsack mit ihrem Plüsch-Stinktier 🙂 
Stephan bringt nichts aus der Ruhe
Mein Büro-Arbeitsplatz befindet sich ebenfalls in Rheinfelden und mein Arbeitsweg von Frankreich dorthin beträgt 100km bzw. 1h und 10min. bis 1h und 30min. je nach Verkehr. Wie wir unsere Familien zusammenführten und welche Probleme auftraten, das erzähle ich Euch im zweiten Teil der Trilogie.

das Leben geht weiter….
und wie…voller Aufregung, Liebe zur Natur und den Hunden. Wir haben den Schock verkraftet und konzentrieren uns auf alles Schöne im Leben…wie zum Beispiel heute morgen, als uns nach einem sehr verregneten Tag die Morgensonne empfing und der Nebel noch in den Bergen hing.
Das ist das Zeichen zum Aufbruch, um den Tag zu beginnen. Stephan wartet immer schon und kann es kaum erwarten, Winney-Mäusschen versteht die Aufregung nicht und dreht sich lieber noch einmal auf den Rücken um alle viere von sich zu strecken. Spätestens wenn ich aber mit den Mäntelchen in der Hand dastehe, werde ich von beiden umlagert und beide folgen mir auf Schritt und Tritt. Jedes Mal bei diesem Szenario muss ich an meine Mutter denken. Wenn sie zu Besuch ist, lachte sie immer bei dem Anblick, wie ich ich von beiden verfolgt werde und sang mal einen Song: „….die Karawane zieht weiter…“ und genauso muss man sich das vorstellen 🙂

Ich möchte euch heute noch einmal Max vorstellen. Max ist einer der freilaufenden Hunde im Dorf und man muss ihn erlebt haben. Wenn ich ihn beschreiben müßte dann als lustig, sehr aufgeschlossen, sehr sozial. Ihm würde ich den Spitznamen „Dorfclown“ verleihen. Ihn kennt jeder im Dorf beim Namen, er wird akzeptiert und geliebt. Oftmals bekommt er auch Geschenke von den Anwohnern, denn die wissen genau wann er so seine Runden dreht. Letztens aber konnte ich meinen Augen nicht trauen als Max uns wieder einmal am Morgen begleitete und mit einem Mal mit einem Stück Baguette im Maul daherkam. Wenn man nun bedenkt, wo wir wohnen ist das schon ein lustiger und klischeebehafteter Anblick. Er trug es mit sich bis zum Waldrand und begrub es dort für „schlechte Zeiten“ 🙂
Mit Stephan ist er dick befreundet und auch Whitney akzeptiert ihn. Anfangs ist Max doch etwas zu „stürmisch“ für die Lady bei der Kontaktaufnahme. Sie signalisiert ihm deutlich, dass sie das nicht mag und er stellt daraufhin jeglichen weiteren Versuch ein. Wenn er dann einige Minuten mit uns mitgelaufen ist, probiert er es noch einmal auf eine sehr ruhige und feine Art. Das gegenseitige Beschnüffeln klappt dann problemlos und unaufgeregt.
Tiere, Tiere und nochmals Tiere…Im Winter habe ich mich noch gewundert, dass es so ruhig ist und wir weder Wild, Katzen oder andere Tiere sahen. Nun ist Frühling und die Shows beginnen.
Diese Woche hatten wir eine ganz spezielle Begegnung, die unseren Puls ansteigen ließ. An einem sonnigen Nachmittag waren wir unterwegs zu einem Aussichtspunkt oberhalb unseres Dorfes. Dieser wundervolle Ort, mit Blick auf das Dorf und das Tal, ist umgeben von steilen Hängen (die momentan als Weide genutzt werden) und Wald. Wer denkt dabei an eine Herde von Hirschen und Rehen, die die Weide hochgerannt kamen, mehrere Weidezäune übersprangen, unseren Weg kreuzten und ca. 20m weiter die Wiese Richtung Wald herunterrannten. Zum Glück war genau in diesem Moment ein kleiner Busch vor den Galgos, so dass sie zwar im letzten Moment noch etwas bewegliches wahrnahmen aber nicht sehen konnten, was da genau vor uns passierte. Für mich war dieser Moment extrem beeindruckend. Ich habe so viel Hirsche noch nie in meinem Leben gesehen. Für die Hunde war die Geruchsspur, die das Wild hinterließ überwältigend und die Zwei machten wieder mal den „Staubsauger“.

Für das nächste Erlebnis wollte ich eigentlich eine eigene Story machen doch ich erzähle sie euch jetzt, es ist einfach zu verrückt. Abends lief ich durch das abgedunkelte Wohnzimmer und als Barfussläufer merkt man gleich mal, ob etwas am Boden liegt oder nicht. Es war nass und glitschig und mein erster Gedanke galt den Hunden. Hat jemand erbrochen oder hat sogar jemand sein Geschäft im Haus erledigt? Es ist zwar noch nie vorgekommen aber es hätte ja sein können. Nun musste ich doch mal das Licht regulieren, um nicht weiter spekulieren zu müssen und siehe da…es war ein Frosch. Nun stand ich vor dem Rätsel, wie 1. der Frosch überhaupt ins Haus kommt und 2. wie man einen Frosch wieder aus dem Haus bekommt und zu dem Rätsel gesellte sich noch das Problem, dass nun Whitney alles mitbekam und schon aufmerksam wurde. Ich dachte nur:“ Frosch…. bitte bleib sitzen und zucke mit keiner Augenwimper, damit Whitneys Kopf sich wieder senkt und du am Leben bleibst“. Meine Idee, den Frosch mit einer Schüssel und einem daruntergeschobenen dünnen Karton aus dem Haus zu befördern, zwang mich den Frosch allein und damit sich selbst zu überlassen. Ich rannte also in die Küche und mir schoss der Gedanke durch den Kopf, ob das nun normal ist, dass in Frankreich die Frösche schon von allein zu ihrem Verköster kommen…obwohl ich selbst noch nie Froschschenkel gegessen habe und auch nie werde…schon verrückt.

Zurück zur Geschichte…Whitney wäre nicht Whitney wenn das Schlitzohr meine Aufregung nicht bemerkt hätte und so kam ich gerade im letzten Moment zurück um mich schützend vor den Frosch zu stellen. Das wiederum ließ den Frosch wieder zum „Leben erwachen“ und er sprang hinter meinem Rücken durch das Wohnzimmer, ich und Whitney hinter ihm her. Er rettete sich im letzten Moment unter eine Vitrine. Puh…sein Glück. Seinen ersten Schutzengel hatte er als er mein Fußattentat überlebte und den Zweiten durch den beherzten Sprung unter die Vitrine. Die Zeit nutzte ich, um Whitney abzulenken, in ein anderes Zimmer zu locken und den Frosch zu retten. Das eine Woche später ein Rotkehlchen bei uns im 2.OG. übernachtete, weil es am Abend vorher durch das angekippte Dachfenster flog, ist dagegen eine langweilige Geschichte.
Beim nächsten Mal gibt es eine Geschichte über zwei „verschlafene“ Kangals, die seit neuestem eine Herde Schafe bewachen und das genau an unserem Lieblingsweg….hier schon einmal ein kleiner Vorgeschmack in Fotoform:

In tiefer Trauer….
möchten ich euch heute mitteilen, dass am Ostersonntag, den 04.04. ein Mitglied unseres Rudels über die Regenbogenbrücke ging. Meine liebe Frau Lena verstarb nach kurzer schwerer Krankheit hier bei uns im Haus in Frankreich. Nach schweren und schmerzvollen Wochen hatte sie keine Kraft mehr und verlor den Kampf. Sie hinterlässt eine große Lücke in unserem Leben und unseren Herzen. Vor allem Stephan wird sie extrem vermissen.

Für uns alle wird es eine Herausforderung uns im Leben neu aufzustellen. Ich werde alles dafür tun, dass die Hunde unter der Situation nicht leiden, denn nur sie sind jetzt meine Familie. Zum Glück kann ich meinen Arbeitstag frei gestalten. Somit werden beide nie den ganzen Tag allein sein, zumal es immer noch die Option gibt nur 50% arbeiten zu gehen. Jetzt mache ich erstmal frei um in Ruhe zu trauern und um mehr mit den Hunden zu unternehmen.
was für eine aufregende Woche
Eigentlich sollte ja dieses Mal Madame Whitney zu Wort kommen. Da sie aber in dieser Woche Mist gebaut hat und ich nicht wollte, dass sie lügt und dies hier unterschlägt 😉 , erzähle ich euch zuerst die Wahrheit und lasse sie beim nächsten Mal ihre Erlebnisse darlegen aber von Anfang an….

Anfang der Woche kam meine Mutter zu Besuch und wollte mal schauen, wie wir in Frankreich so leben. Da kam natürlich bei Steff und Whitney Freude auf….noch so ein Streichel-Fan, der die beiden stundenlang streicheln und kraulen kann. Wenn man schon Besuch hat, dann möchte man natürlich auch die Schönheiten der Natur unserer Gegend hier präsentieren.
So liefen wir viel im Wald und besuchten den nahgelegenen Stausee Lac de Kruth Wildenstein, ein wahres Paradies für Hund und Mensch mit seinen schönen Wegen, einem Wasserfall mit Natur-Pool und einer atemberaubenden Landschaft, die einfach Ruhe ausstrahlt.
Einige Waldläufe habe ich mit Stephan allein unternommen, da er oft ohne Leine laufen darf und diese lange Läufe für Winney einfach zu aufregend sind. Jetzt, wo es draussen warm ist und die Hunde sehr oft im Garten sind, sind diese Spaziergänge zu viel für sie.
Winney reichen oft kurze Läufe, denn sie erobert lieber ihr heimisches Terrain. Da blüht sie so richtig auf. Mal liegt sie in der Sonne, mal streift sie durch unser kleines Wäldchen, sucht sich eine Trinkstelle an unserem Bach oder rennt einfach ganz galgotypisch ihre Runden. Winney will überall dabei sein und mitmachen. Sie ist sehr fleissig und hilft mir immer bei der Gartenarbeit. Wenn ich Brombeersträucher und deren Wurzeln ausgrabe, gräbt sie einfach mit, wie ein Arbeiter im Tiefbau 🙂 Auch beim Aufsammeln von Alt -und Bruchholz oder Ästen im Wäldchen ist sie immer mit Ehrgeiz dabei und sucht sich einen mundgerechten Ast, den sie dann durch den Garten trägt, um ihn später zu zerkleinern. Wirklich….Winney ist die geborene Arbeiterin, ein richtig fleissiges Bienchen oder sagen wir besser fleissiger Biber 🙂 denn sie zerkleinert ihre Ästchen noch fachgerecht in kleine Stücke. Wenn sie genug hat, legt sie sich wieder zu Stephan den Sonnengott auf die Relaxcouch um die Frühlingssonne zu geniessen.

Nun kommen wir zum negativen Part der Woche, der uns einiges an Aufregung brachte. Wir waren alle zusammen im Garten als eine Frau mit Hund an der Leine an unserem Gartenzaun entlanglief. Stephan war der Schnellere der beiden und lief freudig schonmal Richtung Zaun, als Whitney mit vollem Tempo zum Zaun rannte, um den Hund an der Leine zu verbellen. Dabei ist sie mit den Krallen voraus in Stephan gekracht und hat ihn einfach umgerannt. Das Ergebnis: eine 5x5cm klaffende und blutende Wunde in der Rippengegend. Ich hatte früher immer Mal wieder von solchen Wunden bei Windhunden gehört und gelesen, jetzt ist es uns passiert. Die Haut ist eben extrem dünn und die Hunde haben keine Fettschicht. Nun war guter Rat gefragt. Bisher waren wir immer in Deutschland beim Tierarzt doch dieser Weg im Feierabendverkehr wäre keine gute Lösung gewesen. Also habe ich den nächstgelegenen Veterinär hier in unserer Gegend angerufen und mich auf englisch und elsässisch mit ihm verständigt. Sofort bekamen wir einen Termin und die Wunde wurde erstversorgt. Am nächsten Morgen waren wir die ersten Patienten beim Tierarzt, um die Wunde unter Narkose nähen zu lassen. Stephan hat alles gut überstanden, ist wieder fit, bewegt sich wie immer und nun hoffen wir auf eine gute Heilung, damit in 14 Tagen die Fäden gezogen werden können. Ein herzliches Dankeschön geht hiermit an Veterinaire Dr. Dantzer und sein ganzes Team in Moosch / Elsass. Wir waren sehr zufrieden und das ganze Team ist unglaublich nett und hilfsbereit. Leider wurde da aber festgestellt, dass die Chip-Nummer von Stephan nicht mit der Chipnummer in seinem Pass übereinstimmt. Nun ist er im Prinzip illegal in Frankreich und wir müssen einen neuen französischen Pass beantragen. Um dieses Problem bei Whitney auszuschließen, bin ich auch extra mit ihr nochmal zu Dr. Dantzer gefahren, um ihre Chipnummer mit ihrem Pass abzugleichen. Bei ihr stimmte zum Glück alles.
Ja, das war für uns eine aufregende Woche und Gottseidank waren auch sehr viele positive Momente dabei. Das solche „Unfälle“ passieren ist normal. Bei den Galgos sind die Verletzungen gleich sehr viel größer als bei anderen Rassen. Whitney machen wir keinen Vorwurf, sie hat es ja nicht mit Absicht gemacht. Sie war ab dem Moment, als wir mit Steff das erste Mal zum Tierarzt gefahren sind ungewöhnlich ruhig, so als hätte sie gewußt, dass sie etwas angestellt hat. Seit Stephan wieder zu Hause ist, ist ihre Welt wieder in Ordung.
Fast hätte ich es vergessen …
Stephan hatte Anfang Januar Geburtstag und ist nun geschätzte sieben Jahre jung. HAPPY BIRTHDAY nachträglich geht an den (in meinen Augen) außergewöhnlichsten Galgo Steff Le Chef. Das ich das hier im Blog nicht erwähnt habe, ist schon eine Schande 😉 Entschuldigung, mein großer Bub.

Gesundheitlich geht’s ihm eigentlich gut. Anfang Dezember letzten Jahres war sein letzter großer Leishmaniose-Titer-Test und der große Blutwerte-Check. Der Titer ist weiterhin stabil im fast grünen Bereich und bewegt sich nicht nach oben oder unten. Kurz zur Erklärung: hier in Deutschland spricht man vom grünen Bereich bei Werten von 0-12. Steffs Wert liegt seit über anderthalb Jahren konstant bei 14-15. Wenn man bedenkt, dass sein Anfangswert bei Entdecken der Leishmaniose bei 58 lag, können wir eigentlich zufrieden sein. Zufriedener wäre ich allerdings, wenn der Wert endlich in den grünen Bereich sinken würde und wir das Allopurinol absetzen könnten. Davon bekommt er immer noch eine Mindestdosis von 100mg täglich. Glücklich machen mich seine Blut -und Nierenwerte. Diese sind alle im optimalen Bereich.

Sein leichtes Hinken beim langsamen Laufen ist zurückzuführen auf ein Problem an der Bandscheibe. Dies wurde damals durch Röntgen und eine Computertomografie festgestellt. Mir wurde aber (von mehreren Ärzten) davon abgeraten, dieses Problem operativ anzugehen. Die Gefahr für bleibende Schäden wäre enorm hoch. Auch wurde mir von den Ärzten bescheinigt, dass er beim Laufen (wahrscheinlich) keinerlei Schmerzen hat, sondern nur eine leichte Einschränkung in der Bewegung. Das kann ich aufgrund meiner Beobachtungen so weit bestätigen. Auch beim Rennen, wenn sich dies im Rahmen hält und nicht zu wild und zu lange erfolgt, hat er keine Schmerzen. Diese treten erst auf, wenn er es beim Rennen übertreibt und das Gelände dafür nicht geeignet ist. Wir handhaben es im Moment so, dass er täglich (nach Lust und Laune) bei uns auf dem Grundstück sausen darf. Das hat den Vorteil, dass dann alles gemäßigt abläuft. Das extreme Rennen kommt immer vor, wenn er dies tagelang aufgrund schlechten Wetters, nicht tun konnte. Solange er so mobil ist und Allopurinol bekommt, möchte ich ihn auch nicht mit Schmerzmitteln vollpumpen. Die Leber und die Nieren werden es uns danken, zu mal ein Versuch mit Schmerzmitteln vor rund einem Jahr auch keine wesentlichen Verbesserungen erzeugten.

Winney hat sich übrigens beschwert, dass sie bisher hier im Blog nicht zu Wort kam. Da wir Wert auf Gleichberechtigung legen, wird sich demnächst also Madame hier äußern und ihre Sicht der Dinge darlegen. Seid gespannt….

P.S. die Fotoqualität der Steff-Portraits beim Spielen mit seiner Eule ist wieder unter aller Sau….ein neues Telefon mit Top-Kamera ist seit gestern im Einsatz und wird bei den nächsten Blogeinträgen für tolle Schnappschüsse sorgen
…und nun spricht der Chef
Hallo Leute, ich möchte euch heute mal erzählen, wie Winney und ich in eine neue Hundewelt gekommen sind. Angefangen hat alles vor längerer Zeit, als wir merkten, dass Herrchen und Frauchen immer aufgeregter wurden und wir nicht wussten warum. Dann verschwanden immer mehr Dinge aus dem Haus und auch Herrchen war plötzlich verschwunden, tauchte aber nach geraumer Zeit immer mal wieder gestresst auf. Wir konnten uns nicht erklären, was das soll und was hier passiert.

Das irrierte mich doch sehr und an einem Tag war alles sehr komisch. Unser Haus war fast leer, nur Frauchen saß mit uns beiden und den Hundebetten im Haus und ehrlich gesagt rechnete ich schon mit einer Katastrophe. Frauchen ließ mich damals aus dem Haus und wunderte sich sichtlich warum ich nicht mehr hinein wollte. Ich denke, ihr versteht das. Da war nichts mehr wie es einmal war und das Schlimmste war, dass Herrchen immer länger verschwand und Winney und ich Angst bekamen, dass er nicht mehr auftauchen würde. Also versteckte ich mich im Garten, bis Herrchen kam und mich im Blaukissenbeet wiederfand. Dort hatte ich mir ein „Nest“ gebaut und wollte abwarten was passiert.



Winney, die sonst eigentlich Aufgeregtere von uns beiden, war erstaunlich ruhig. Ahnte sie etwas? Keine Ahnung, aber als Herrchen mit den Mäntelchen und den Leinen auftauchte, war ich irgendwie erleichtert. Er verfrachtete uns samt Frauchen und Hundebetten im Auto und wir machten uns auf ….aber wohin?
Es war eine lange Fahrt. Ihr wisst, ich fahre nicht so gern im Auto. Das zeigte sich spätestens, als mir schlecht wurde und ich erbrechen musste. Doch urplötzlich stoppte das Auto als wir an einem unbekannten Ort ankamen. Sind wir nun im Urlaub? Das machen wir doch immer in der warmen Jahreszeit. Warum sind all unsere Spielsachen und Möbel hier? Wir verstanden die Welt nicht mehr. Winney machte einen glücklichen Eindruck. Ihr war es egal, wo sie sich befand. Hauptsache Herrchen ist wieder da. Ich beruhigte mich auch wieder ein wenig, zu mal es das erste Mal am Tag Fressen gab und so ein voller Magen gibt schon ein gutes und wohliges Gefühl. Winney wollte unbedingt das ganze Haus sehen und ging erstmal auf Tour. Da schloss ich mich gern interessiert an.
Nach einer Weile nahm Herrchen die Leinen in die Hand und was das bedeutet, muss ich euch nicht erklären. Juhuu, endlich etwas mit Herrchen unternehmen. Die letzten Tage waren doch sehr langweilig und wir haben ihn selten gesehen. Winney kam schwanzwedelnd angerannt und schlug mir diesen vor Freude mehrfach ins Gesicht. Danke dafür, Madame! Das kenne ich ja schon von früher. Wenn sie aufgeregt ist, dann sollte man den Kopf einziehen.
Wir gingen durch das Dorf und dann Richtung Waldrand. Was soll ich sagen…. Es war so aufregend. So viele neue Gerüche, so viele Eindrücke. Herrchen musste uns ganz schön bremsen. Er entschloss aufgrund der einbrechenden Dunkelheit den Spaziergang abzubrechen. Schade, wir wären gern noch weitergelaufen. Es gibt so viel zu entdecken und zu erschnüffeln.
Was für ein Unterschied….normalerweise waren wir am Morgen immer unterwegs und ich erschnüffelte Markierungen von gestressten Stadthunden. Hier kommen einem am Morgen total relaxte und freundliche Hunde ohne Leine und Herrchen entgegen, die sogar anständig grüßen können ohne „großes Theater“. Das gefiel sogar Whinney, die sich sonst immer lautstark dazu äußerte. Doch hier reicht ein lautloses Signal und der andere Vierbeiner versteht dieses ohne Probleme. Das finden wir toll!
Die neue leinenlose Bekanntschaft nenne ich jetzt mal den „großen Schwarzen“. Er ist zwar nett und freundlich aber ein Ohrenfetischist. Irgendwie gefielen ihm meine Galgo-Ohren und er konnte gar nicht genug davon bekommen diese immer wieder zu inspizieren und zu beschnüffeln. Herrchen beendete aber irgendwann dieses Ohrengeschnüffel und lud den „großen Schwarzen“ ein uns auf dem Spaziergang zu begleiten. Schade, dass ich angeleint war. Gerne hätte ich ihm mal gezeigt, wie schnell ich bin. Wie wir später erfuhren, gehört er zu einem Dreier-Rudel bestehend aus ihm, seiner schwarzen Schwester mit weißem Latz und einem hellbraunen Jungspund. (Herrchens Anmerkung: Foto folgt)

Dieser junge, quirlige Typ ist mega cool. Hoffenlich hat das Herrchen verstanden und läd ihn mal auf unser Grundstück ein, damit wir das „Fang mich – ich bin der Hase“ – Spiel spielen können. Netterweise begleitete auch er uns schon auf einem unserer Spaziergänge und zeigte uns hinterher noch alle hundrelevanten Punkte im Dorf, das heißt wo welcher Hund wohnt, welcher (Zwinger)Hund doof ist, wo die Katzen sitzen und wo man Nachrichten lesen kann. Das ist doch nett, oder?
Die Waldläufe hier sind ein Traum und sooo aufregend. Überall gibt es etwas zu entdecken und es gibt soviel Wege, dass man sich gar nicht entscheiden kann, wohin man zuerst laufen soll. Zum Glück entscheidet das Herrchen für uns.
Die letzte Zeit kam immer wieder mal so komisch weisses Zeug vom Himmel. Es ist kalt und nass aber irgendwie cool und in solchen Mengen kennen wir das gar nicht. Es macht solchen Spass da einfach durchzurennen, so lange sich dieses Zeug nicht so hoch stapelt, dass man bis zum Rücken drin versinkt. Ich bin immer noch ein graziler Galgo und kein Huskie. Das muss man verstehen. Bei Herrchen habe ich da manchmal so meine Zweifel ob seinem Verständnis.
Nach einigen wetterbedingten langweiligen Tagen kam er auf die glorreiche Idee eine Schnee-Wald-Survival-Tour zu starten, nur um uns zu bespaßen. Das er dabei schon fast knietief im Schnee versank störte ihn nicht. Wir Galgos haben zwar lange Beine aber das war schon eine verrückte und anstrengende Tour. Wir liefen und sprangen durch den Wald und nutzten oft Herrchens Spur um durch den Schnee zu kommen. Dabei durchquerten wir Bäche, die die Berge herunterrauschten und mussten um weiterzukommen unter umgestürzten Bäumen durchkriechen. Vorhin erwähnte ich noch, dass wir keine Huskies sind und nein, wir sind auch keine Dackel, die mit ihren kurzen Beinen problemlos unter Bäumen durchkriechen können. Doch irgendwie haben wir alle Hindernisse gemeistert und sind glücklich und ausgelastet durch die vielen Eindrücke und Schnüffeleien bei Einbruch der Dunkelheit wieder zu Hause angekommen. Demnächst erzähle ich euch mal über unsere Eindrücke vom neuen Grundstück und das ich, Steff Le Chef ein ganz besonderes Privileg besitze.
(Anmerkung vom Herrchen: Wer Steffs Video am Fischweiher genau betrachtet, wird ahnen, was er mit dem besonderen Privileg meint 😉)
Winter(Alb)traum
So langsam sind wir in unserer neuen Heimat angekommen und erleben täglich neue aufregende und für uns ungewöhnliche Dinge. Das es hier freilaufende Allein-Gassigeher gibt, ist ja nichts neues mehr. Das sie uns aber auf unseren teils kilometerweiten Spaziergängen begleiten, aber schon. Dabei haben wir feststellen können, dass diese Hunde dermaßen sozial sind und die allgemeine Hundesprache verstehen, so dass es uns und ganz speziell Winney auch nicht stört, wenn sie mitten im Wald mit einem Mal hinter uns auftauchen und mit uns mitlaufen. Oft sind es die Hunde an der Leine oder die Hunde im Zwinger, die Probleme bereiten und uns ankläffen.

Fast täglich treffen wir hier einen noch recht jungen Hund, der uns immer wieder über den Weg läuft. Mit ihm ihm haben wir schon lustige Sachen erlebt und auch neues gelernt, wie die Vierbeiner so kommunizieren. Nach einem ausgiebigen Waldspaziergang, bei dem er uns begleitete, liefen wir wieder ins Dorf zurück. Dabei passierten wir ein Haus mit einem Zwinger, in dem ein armer Hund lebt, der sehr oft bellt und meiner Meinung nach sehr unausgelastet ist. Mit dem armen Kerl geht einfach niemand spazieren.
Dort blieb unser junger Begleiter stehen und bellte Richtung Zwinger, um seine Meinung kundzutun. Er zeigte dort sehr deutlich, dass er den Zwingerkollegen nicht besonders sympatisch fand und bestätigte die Meinung meiner beiden Hunde, die immer einen großen Bogen um das Haus samt Zwinger machen. Als wir weitergingen und zu Hause ankamen, wollte der Jungspund unbedingt, dass wir mit ihm weiter durch das Dorf laufen, damit er meinen zwei Fellnasen das Dorf mit seinen wichtigen „Hundepunkten“ präsentieren konnte. Stephan war sichtlich erfreut über das Weiterlaufen und schwänzelte mit dem anderen Hund um die Wette.
Leider ist das Grundstück die letzte Zeit nicht mehr zum Auspowern der Galgos geeignet. Das Wetter hat uns einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht und die Windhundbande ausgebremst. Zuerst hatte es extrem geschneit, so dass Stephan mal eben bis zum Rücken im Schnee versank. Lustigerweise versuchte er trotzdem zu rennen und rannte durch den Schnee wie eine Schneefräse. Man sah nur noch den Kopf und beim Hochspringen einen Teil seines Mantels….köstlich 😄.




Leider war nicht nur unser Grundstück zugeschneit sondern auch alle unsere Wege in der Natur. Es gab kein Durchkommen. Zudem war es sehr nasser Schnee und es kam, wie es kommen musste: die Bäume brachen unter der extremen Schneelast einfach ab. Die Galgo-Rennpiste sah aus wie nach einem Bombentreffer, überall abgebrochene Äste und sogar umgestürzte Bäume. Das Gleiche auf allen Wegen, die wir normalerweise zum Spazieren nutzen. Es gab nirgendwo ein Durchkommen. Die einzigen passierbaren Wege waren die Strassen im Dorf. So waren wir also in unserer Aktivität sehr eingeschränkt und die Spaziergänge reduzierten sich auf ein Minimum.


Nun ist der Schnee durch die Plusgrade wieder geschmolzen und ich beschloss die Motorsäge auszupacken, um die umgefallenen Bäume zu entfernen und das Grundstück für die Galgos wieder nutzbar zu machen. Dabei hätte mir Winney „The Beaver“ eigentlich helfen können. Seit wir hier wohnen hat sie nämlich eine neue Beschäftigung für sich entdeckt: sie klaut das Anbrennholz für den Ofen aus dem Korb und nagt wie ein Biber an dem Holz herum um es Sekunden später wieder auszuspucken 😂. Wir haben extra Kaffeebaumholz für Hunde gekauft aber nein….Es muss Fichte sein! Das selbe im Garten: ich halte einen Baumzweig in der Hand und merke wie jemand Stück für Stück des Zweiges abreisst und wieder ausspuckt 😝.

Die neue Behausung hat ausser dem großen Grundstück noch einen anderen Vorteil: die Fenster sind relativ niedrig und die Aussicht nach draußen ist wunderbar. Man sieht einen bewaldeten Steilhang und bei beiden Galgoletten ist immer wieder mal zu beobachten, wie interessant sie den Anblick finden. Lustig anzuschauen ist es auch, wenn ich mit dem Auto vorfahre. Steff und Winney-Maus kennen das Autogeräusch und stehen sofort am Fenster wenn ich nach Hause komme. Noch eine Anmerkung zu den Fotos: ich entschuldige mich für die Qualität aber wenn man sich in Bewegung befindet und dazu noch mit dem Mobiltelefon fotografiert, muss man sich nicht über Unschärfe wundern. Ich wollte euch diese Fotos trotzdem nicht vorenthalten, da sie doch deutlich die Lebensfreude der Hunde zeigen. Aufgenommen wurden sie noch vor dem Extrem-Schneefall.
Aus „Hallo“ 🇩🇪 wird „Bonjour“ 🇫🇷
Einen guten Start ins neue Jahr 2021 wünschen wir euch allen, möge das neue Jahr besser und positiver werden, damit alle Menschen wieder ihr gewohntes Leben leben können.
Wir haben es geschafft. Der Umzug von Deutschland nach Frankreich ist erfolgreich vollzogen. Endlich kein Stadtleben mehr, dafür Ruhe, Natur pur und ein Haus mit galgotauglichem Grundstück. Es war ein langer und beschwerlicher Weg dahin. Oftmals zweifelten wir an der Entscheidung und überlegten ob es in dieser verrückten Zeit das Richtige ist, ein Haus zu verkaufen und ein anderes zu kaufen. Das lag in unserem Fall, ehrlich gesagt, an der deutschen Bürokratie und den Corona-Maßnahmen. Doch nun ist alles erledigt und wir können endlich wieder Mensch sein und den Hunden ein artgerechtes Leben bieten.

Doch von Anfang an….Den Umzug an sich hat Whitney besser verkraftet als Stephan. Sie war zwar etwas hippelig und aufgedreht aufgrund der Aufregung aber vielleicht hat sie schon gespürt, das dies der Schritt in ein besseres Leben für sie wird. Stephan, der grundsätzlich viel sensibler als Winney ist, hatte mit dem Umzug zu kämpfen. Für ihn war der Moment als wir das Haus leerräumten einfach schrecklich und er versteckte sich im Garten. Das tat mir so leid aber die andere Möglichkeit wäre gewesen, beide in die Hundepension zu bringen und sie erst wieder abzuholen, wenn der Umzug vollzogen gewesen wäre. Auch das wäre mit extremen Stress für die Hunde verbunden gewesen (vor allem für Whitney), sie hätten ja nicht verstanden, was genau passiert. So blieben also Steff und Winney samt meiner Frau im Haus, während ich samt Helfern langsam das Haus leerräumte.
Als wir es endlich geschafft hatten, lud ich die Hunde inklusive Hundebetten und meine Frau ins Auto und wir machten uns auf den Weg Richtung Vogesen in die neue Heimat. Stephan musste sich leider auf den letzten Kilometern noch im Auto erbrechen, doch dann kamen wir an und beide erkannten ihr neues Zuhause. Was für eine Aufregung….zu viel für Winney, denn sie machte ihr erstes Pipi erstmal im Haus. Die arme Maus war komplett aus dem Häusschen. Nach einer Erkundungstour im Haus, merkten wir, dass beide Langnasen ruhiger wurden und beschlossen kurz an die frische Luft zu gehen. Mittlerweile war es auch schon dunkel und ich kenne ja meine Zwei. Deswegen wurde es ein sehr langsamer und kurzer Spaziergang Richtung Wald und wieder zurück. Die Aufregung ist einfach zu groß, zu viele neue Eindrücke und Gerüche.




Zurückgekommen im Haus wurde erstmal richtig gefressen, denn wir verzichteten ausdrücklich auf eine Fütterung am Tag. Mit vollem Magen und den vielen neuen Eindrücken im Kopf wurde dann der Abend vor dem Schwedenofen verbracht. Das große eingezäunte Grundstück blieb aber an den ersten zwei Tagen noch tabu.
Für mich persönlich war es das Größte zu sehen, wie sich Whitney verändern würde. Das Stadtleben hatte ihr und mir extrem zugesetzt und nun nach einigen wenigen Tagen erlebte man eine Winney, die dermaßen aufblühte, das mir das Herz aufging. Die Kombination aus körperlicher Auslastung, ländlicher Ruhe und keinen unzähligen gestressten Hunde am Gartenzaun führten zu einer Verhaltensänderung, wie ich sie nie für möglich gehalten hätte. Sogar die freilaufenden Hunde im Dorf, die allein Gassi gehen, akzeptiert sie ohne großes Gebell. Fakt ist, und das hatte ich früher schon vermutet, dass die auf dem Lande lebenden Hunde oftmals ein ganz anderes Verhalten an den Tag legen als die Hunde in der Stadt und das merkt Whitney natürlich ganz genau. Dazu aber mehr zu einem späteren Zeitpunkt.
Es ist herrlich, wenn man am Morgen aus dem Haus tritt und in fünf Minuten im Wald ist, in dem es unzählige Wege gibt und man sich nie entscheiden kann, welchen man nimmt ☺. Es ist wunderbar nicht immer laufen zu müssen um die Hunde auszulasten sondern sie auf dem Grundstück einfach Hund sein lässt, wo sie sich frei bewegen und schnüffeln, buddeln und graben können und sich gegenseitig zum rennen animieren.

Wir führen hier ein sehr einfaches und spartanisches Leben, was aber so gewollt ist. Der größte Luxus ist nicht etwa ein hochmodernes Haus mit allem Schnickschnack sondern die Ruhe und die Natur. Wir haben die letzten Jahre in der Stadt bemerkt, dass es immer weniger Vögel gibt. Hier, auf dem Land gibt es noch alle Vogelarten, sogar den Specht hört man klopfen, wenn man auf der Terasse hinter dem Haus steht….einfach wunderbar.
Die Franzosen / Elsässer sind sehr nette Leute, mit denen man sofort ins Gespräch kommt auch wenn ich nicht alles verstehe, denn mein Französisch ist momentan noch sehr begrenzt. Aber man ist ja lernfähig… Ausserdem gibt es viele die noch elsässisch oder sogar deutsch sprechen. Wenn man mit Hunden an der Leine läuft und dann auch noch mit zwei Windhunden im Mäntelchen, ist man sofort im Blickpunkt und wird angesprochen. Falls man sich nicht versteht, ist das nicht so schlimm. Die Hunde richten das. Meine beiden sind so menschenverliebt, dass es keiner Worte bedarf, sie werden gestreichelt und die Menschen sind einfach nur entzückt. Frankreich ist definitiv ein hundeverliebtes Land, auch wenn die Haltung nicht immer artgerecht ist. Das jedoch gibt es in jedem Land.




So sieht es bei uns im Sommer aus …..wenn das mal kein Hundeparadies ist 🤗
Das Leben wird sich für uns grundlegend ändern
Lang ist es her, dass ihr von uns gehört habt. Das hat auch gute Gründe. Es stehen grosse Veränderungen an in unserem Leben und dies ist momentan mit sehr viel Stress, Bürokratie und sehr viel Zeitaufwand verbunden.
Wir werden unser Haus verkaufen, die Stadt und das Land verlassen, um uns im schönen Frankreich niederzulassen. Das Stadtleben war noch nie unser Ding aber was sich hier in den letzten Monaten so abspielt, ist nicht mehr zu ertragen. Das „sich beschweren“ wollte ich im Blog immer vermeiden, denn es hat so etwas negatives an sich. Ich möchte mich aber etwas erklären, damit es auch die Menschen verstehen, die in Ruhe „auf dem Land“ wohnen und sich das nicht so recht vorstellen können.
Der tagtägliche Lärmpegel, der Verkehr, verrückte und egoistische Menschen, die vielen Hunde, die nahezu alle an der Flexi-Leine einige Meter vor ihren Menschen laufen, die Radfahrer und die vermüllte Stadt, in der überall Glassplitter und sonstiger Abfall herumliegt, haben zu dieser Entscheidung geführt. Hier mal einige ganz spezielle Beispiele aus den letzten Monaten:
- Wir sind um Haaresbreite von einer Autofahrerin überfahren worden, die eben mal bei Rot mit satten 50km/h über die Ampel fuhr, obwohl unsere Fussgänger-Ampel Grün anzeigte und wir uns bereits mitten auf der Straße befanden. Wenn meine Hunde, so wie in der Stadt bei anderen üblich, an der langen Leine vor mir gelaufen wären, so wären jetzt beide tot. Es hat in diesem Fall genau 1 Meter über Leben und Tod entschieden. Zum Glück laufen beide in der Stadt immer neben mir.
- Ich bin auf dem Gehweg! von einem Radfahrer angefahren worden. Als ich den älteren Herrn zur Rede stellte, wurde ich noch angeblufft und beleidigt. Keine Einsicht, keine Entschuldigung, einfach nichts derergleichen…Die Radfahrer und ganz speziell die Rennradfahrer sind in meinen Augen die rücksichtslosesten Menschen in der Stadt. Wir werden links und rechts überholt und in einem so knappen Abstand und mit einer Geschwindigkeit, das es einem Angst und Bange wird.
- Die vielen unerzogenen Hunde, die gefühlt zu 90% an der Flexi-Leine mit ihrem Zweibeiner Gassi gehen, sind ebenfalls ein Grund zum Wohnort-Wechsel. Wir werden andauernd angekläfft, vorwiegend von den kleinen Hunden und wenn man durch die Stadt läuft und um eine Hausecke abbiegt, dann kommt nicht etwa das Herrchen oder das Frauchen entgegen, nein, dann kommt erstmal der Hund und einige Meter dahinter dann der Besitzer. Oft sind die Leute noch am Quatschen mit dem Handy am Ohr oder unterhalten sich mit anderen Menschen, mit denen sie durch die Stadt laufen. Der Hund macht dann mal eben was er will und was er für richtig hält ohne Bezug zum Besitzer. Oft sieht man trotz gebotener Leinenpflicht Hunde ohne Leine, die, wenn sie uns sehen, auf uns zugerannt kommen. Das der Hund über eine Strasse rennt und das ich zwei angeleinte Hunde bei mir führe, interessiert irgendwie niemanden. Wie oft musste ich schon hören: „kein Problem, der macht doch nichts!“….Ich mag es nicht mehr hören.
- Die vielen Hunde, die zu Stosszeiten so alle zehn Minuten an unserem Zaun vorbeilaufen, um auf der gegenüberliegenden Wiese kurz ihr Geschäft verrichten zu dürfen, um dann wieder an unserem Zaun entlang nach Hause geführt werden, sind ebenfalls ein Grund das Weite zu suchen. Es gibt ja keinen anderen Weg und keinen anderen Platz als diesen, denke ich mir oft (Ironie Off). Whitney stresst das ungemein und sie flippt bei so manchem Hund völlig aus. Es wird Whitney sehr gut tun an einem Ort zu leben, wo sie nicht den ganzen Tag von Hunden umgeben ist.
- Whitney ist da aber nicht allein, wenn es darum geht auszuflippen. Als ich vor kurzem eine Frau mit einem Jack-Russell an der Flexileine sah, die den Hund extra von der anderen Straßenseite über die Strasse rennen ließ, damit dieser an unserem Zaun randalieren konnte, riss auch mir die Geduldsschnur. Sogar Stephan sprang empört auf, lief zum Zaun und bellte und das soll was heißen!
6. Man kann eigentlich nirgendwo in Ruhe spazieren gehen. Auch in einigen Kilometern um die Stadt, am Fluss, im Wald oder sonstwo in der Natur, hat man keine Ruhe mehr. Überall freilaufende Hunde, die auf keinen Rückruf oder Kommando hören, überall Radfahrer, die einem in die Quere kommen.
Zum Abschluss möchte ich euch noch teilhaben lassen an zwei Extrembeispielen, die belegen, dass die Menschheit total verblödet.
Wir waren vor einiger Zeit im Wald spazieren, wobei ich Whitney führte und meine Frau den Stephan. Von weitem sahen wir zwei Spaziergänger, einer Links laufend, der andere rechtslaufend und so entschieden wir uns gemeinsam für die linke Seite des breiten Weges. Als uns die Spaziergänger entgegen kamen, traute ich meinen Augen nicht. Die Frau des Spaziergängerpaares, Links laufend, kam auf uns zu, bis sie uns direkt „vor der Nase stand“ und stehenblieb. Ich schaute sie an und fragte sie ob bei ihr alles OK ist oder warum sie nicht die Seite wechselte, auf der auch ihr Mann lief. Wir haben schon Platz gemacht und uns für eine Seite entschieden und die Hunde könne ich mir ja auch nicht auf den Rücken binden, erwiderte ich ihr. Ihre Antwort lautete:“ Wir sollen Platz machen, sie ist auf ihrer Seite gelaufen und möchte da weiterlaufen“. Unglaublich……
Die zweite Begebenheit ist ebenfalls im Wald passiert. Ich war allein unterwegs und Stephan + Whitney liefen an der 5m Schleppleine. Auf einmal kam auf dem recht engen Waldweg ein Auto gefahren doch anstatt die Geschwindigkeit zu reduzieren, gab dieses mit einem Mal Gas und fuhr auf uns zu. Das Ganze passierte so schnell, dass ich nicht mehr ausweichen konnte, da hinter mir Bäume und Gestrüpp standen. Das Auto fuhr (ungelogen) einen halben Meter an meinem Knie vorbei, ich hatte weder die Zeit die Hunde zu mir zu rufen, noch mich selbst mit einem Sprung zu retten. Stephan zerrte ich mit aller Kraft in meine Richtung. Dabei verlor ich auf dem rutschigen Boden das Gleichgewicht und ebenfalls Whitneys Leine. Sie hatte sich in dem Moment so erschrocken, dass sie in den Wald lief. Zum Glück lief sie nicht zu weit und ich konnte sie wieder einsammeln. In dem Auto sass eine ganze Familie, vermutlich Hundehasser. So etwas brauchen wir nicht mehr. Wir wollen unsere Ruhe, weg von dieser verrückten Gesellschaft.
Wenn alles klappt und gut läuft, sind wir bald Besitzer eines Hauses in einem kleinen Dorf im Elsass. Das Haus besitzt über 3000m2 Grundstück und ist, nachdem es richtig eingezäunt wird, auch galgo-tauglich. Drückt uns die Daumen, dass alles klappt und wir diesem fürchterlichen Stadtleben entfliehen können. Ich hoffe, ich konnte anhand der Beispiele jedem den Grund „unserer Flucht“ etwas näherbringen und versprochen: der nächste Eintrag im Blog wird positiver 😊.
Zum Abschluss noch etwas Erfreuliches: Whinney hatte Geburtstag und ist nun sechs Jahre jung. Happy Birthday meine lustige Maus 🎂🍀💕. Ihr Geburtstagsgeschenk könnte mit dem Ortswechsel nicht grösser sein. Das wird das Paradies für sie, in dem sie auch mal richtig flitzen kann. Ich wünsche ihr das von ganzem Herzen.
Gibt es Zufälle? 🤔
Glaubt jemand von euch an Zufälle? Ich jedenfalls nicht. Irgendwie ist doch alles Schicksal und nichts passiert zufällig. Wenn etwas passiert dann muss das so sein, warum auch immer.
Ich schreibe das, weil uns etwas widerfahren ist, was mich auch heute, tagelang danach noch nachdenken lässt. Vor einigen Tagen waren wir am Morgen am Landesgartenschau-Gelände in Weil, weil es dort so weitläufig ist und die Landschaft aus vielen Wiesen und ein bisschen Wald besteht. Ein schönes Fleckchen Erde, besonders an den Sommermorgen, wenn es noch nicht so heiß ist.
Für Stephan ist das Gelände auch gut zum rennen geeignet, da fast alles übersichtlich ist und er auf einer ausgewählten Wiese immer seine Runden dreht. Dabei hält er seinen Radius von ca. 200m ein und ist jederzeit zu sehen. Mit Winney kann ich dort immer rumalbern, Rückruf üben, sie buddelt und hat so ihren Spaß. Danach geht es zum abkühlen in den dort befindlichen Bach. Abkühlen heißt in dem Fall mit den Beinen im Wasser zu stehen wobei Winney schon einmal so richtig durchgerannt ist und dabei ihr Bäuchlein nass wurde.
An diesem Tag aber passierte etwas merkwürdiges. Von Anfang an waren mir beide Galgoletten etwas zu aufgedreht und ich musste Stephan immer zweimal rufen bis er sich mal entschied, wieder zu uns zu stoßen. Also entschied ich mich einen kurzen Stop zu machen und beide an die kurze Schleppleine zu nehmen um wieder Ruhe ins Rudel zu bekommen. So liefen wir ruhig die bekannte Strecke bis wir wieder ein Päuschen einlegten. Dabei fiel mir ein Mann mit einem Fahrrad auf, der ca. 100m von uns entfernt stand und etwas (uns) zu beobachten schien. Wir liefen weiter über die Wiesen und kamen dem Mann näher. Er saß nun ruhig auf einer Bank und machte wohl eine Pause. Beim Vorbeilaufen grüssten wir ihn und ich bemerkte sein Fernglas, das neben ihm lag.
Komischerweise blieb er da nicht sitzen sondern fuhr ganz langsam an uns vorbei und ich dachte noch darüber nach, das ich ihn hier noch nie gesehen hatte. In einer Entfernung von 100m blieb er wieder stehen und beobachtete mit seinem Fernglas die Umgebung. Nun waren wir kurz vor unserer Wiese, auf der Stephan immer rennen darf. Dabei trafen wir wieder auf diesen Mann, der darauf das Gespräch mit uns suchte und uns mitteilte, das er es gut findet, dass meine beiden Galgos an der Leine laufen. Ich sagte ihm, dass dies eher die Ausnahme ist, denn Steff läuft hier eigentlich immer frei. Darauf erzählte er mir, dass er gerade eben mit dem Fernglas einen jungen Hasen über die Wiese rennen sah und es wohl keine gute Idee sein würde, Stephan auf der Wiese rennen zu lassen. Da musste ich wirklich schlucken und kurz durchatmen.
Der Mann, übrigens ein netter Schweizer, fuhr daraufhin seines Weges und ließ mich verblüfft zurück. War das Zufall? Warum war dieser nette Herr genau im richtigen Moment an Ort und Stelle?
Etwas hat sich wieder bestätigt: es gibt definitiv kein wildfreies Gelände. Wir laufen dort seit über drei Jahren und haben dort noch nie einen Hasen gesehen. Stephan kann man jederzeit gut abrufen aber er muss die nächste Zeit wohl wieder an die Leine, so leid es mir tut. Wenn man so etwas erlebt, gibt das zu denken und kann kein Zufall sein.
Das selbe ist auch auf unserer Hausstrecke passiert. Seit zwei Jahren läuft Steff dort am Fluss problemlos ohne Leine. Nun ist uns schon zweimal an der selben Stelle eine Katze begegnet, obwohl wir seit drei Jahren dort laufen und noch nie zuvor eine gesehen haben. Zweimal war Stephan gut abrufbar und ich konnte ihn trotz Katzensichtung wieder anleinen. Ein drittes Mal wird es nicht geben. Nun muss er eben so wie Winney auf der einen Seiten des Flusses an die Leine.
Dazu noch ein kurzer Nachruf: R.I.P. Fiete mein Freund 😥, du wurdest nur 8 Jahre alt, ranntest genau dieser! Katze hinterher und wurdest von einem Auto überfahren. Man wusste von seinem Jagdtrieb, ließ ihn dort am Fluss oft von der Leine und wenn er angeleint war, dann lief er an einer Flexi-Leine und immer einige Meter vor seinem Frauchen. So kann und darf man so einen Hund nicht führen. Es gibt momentan viel zum Nachdenken 🤔. Ich werde daraus meine Schlüsse ziehen und vor allem nie vergessen.




































