So langsam sind wir in unserer neuen Heimat angekommen und erleben täglich neue aufregende und für uns ungewöhnliche Dinge. Das es hier freilaufende Allein-Gassigeher gibt, ist ja nichts neues mehr. Das sie uns aber auf unseren teils kilometerweiten Spaziergängen begleiten, aber schon. Dabei haben wir feststellen können, dass diese Hunde dermaßen sozial sind und die allgemeine Hundesprache verstehen, so dass es uns und ganz speziell Winney auch nicht stört, wenn sie mitten im Wald mit einem Mal hinter uns auftauchen und mit uns mitlaufen. Oft sind es die Hunde an der Leine oder die Hunde im Zwinger, die Probleme bereiten und uns ankläffen.

Fast täglich treffen wir hier einen noch recht jungen Hund, der uns immer wieder über den Weg läuft. Mit ihm ihm haben wir schon lustige Sachen erlebt und auch neues gelernt, wie die Vierbeiner so kommunizieren. Nach einem ausgiebigen Waldspaziergang, bei dem er uns begleitete, liefen wir wieder ins Dorf zurück. Dabei passierten wir ein Haus mit einem Zwinger, in dem ein armer Hund lebt, der sehr oft bellt und meiner Meinung nach sehr unausgelastet ist. Mit dem armen Kerl geht einfach niemand spazieren.
Dort blieb unser junger Begleiter stehen und bellte Richtung Zwinger, um seine Meinung kundzutun. Er zeigte dort sehr deutlich, dass er den Zwingerkollegen nicht besonders sympatisch fand und bestätigte die Meinung meiner beiden Hunde, die immer einen großen Bogen um das Haus samt Zwinger machen. Als wir weitergingen und zu Hause ankamen, wollte der Jungspund unbedingt, dass wir mit ihm weiter durch das Dorf laufen, damit er meinen zwei Fellnasen das Dorf mit seinen wichtigen „Hundepunkten“ präsentieren konnte. Stephan war sichtlich erfreut über das Weiterlaufen und schwänzelte mit dem anderen Hund um die Wette.
Leider ist das Grundstück die letzte Zeit nicht mehr zum Auspowern der Galgos geeignet. Das Wetter hat uns einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht und die Windhundbande ausgebremst. Zuerst hatte es extrem geschneit, so dass Stephan mal eben bis zum Rücken im Schnee versank. Lustigerweise versuchte er trotzdem zu rennen und rannte durch den Schnee wie eine Schneefräse. Man sah nur noch den Kopf und beim Hochspringen einen Teil seines Mantels….köstlich 😄.




Leider war nicht nur unser Grundstück zugeschneit sondern auch alle unsere Wege in der Natur. Es gab kein Durchkommen. Zudem war es sehr nasser Schnee und es kam, wie es kommen musste: die Bäume brachen unter der extremen Schneelast einfach ab. Die Galgo-Rennpiste sah aus wie nach einem Bombentreffer, überall abgebrochene Äste und sogar umgestürzte Bäume. Das Gleiche auf allen Wegen, die wir normalerweise zum Spazieren nutzen. Es gab nirgendwo ein Durchkommen. Die einzigen passierbaren Wege waren die Strassen im Dorf. So waren wir also in unserer Aktivität sehr eingeschränkt und die Spaziergänge reduzierten sich auf ein Minimum.


Nun ist der Schnee durch die Plusgrade wieder geschmolzen und ich beschloss die Motorsäge auszupacken, um die umgefallenen Bäume zu entfernen und das Grundstück für die Galgos wieder nutzbar zu machen. Dabei hätte mir Winney „The Beaver“ eigentlich helfen können. Seit wir hier wohnen hat sie nämlich eine neue Beschäftigung für sich entdeckt: sie klaut das Anbrennholz für den Ofen aus dem Korb und nagt wie ein Biber an dem Holz herum um es Sekunden später wieder auszuspucken 😂. Wir haben extra Kaffeebaumholz für Hunde gekauft aber nein….Es muss Fichte sein! Das selbe im Garten: ich halte einen Baumzweig in der Hand und merke wie jemand Stück für Stück des Zweiges abreisst und wieder ausspuckt 😝.

Die neue Behausung hat ausser dem großen Grundstück noch einen anderen Vorteil: die Fenster sind relativ niedrig und die Aussicht nach draußen ist wunderbar. Man sieht einen bewaldeten Steilhang und bei beiden Galgoletten ist immer wieder mal zu beobachten, wie interessant sie den Anblick finden. Lustig anzuschauen ist es auch, wenn ich mit dem Auto vorfahre. Steff und Winney-Maus kennen das Autogeräusch und stehen sofort am Fenster wenn ich nach Hause komme. Noch eine Anmerkung zu den Fotos: ich entschuldige mich für die Qualität aber wenn man sich in Bewegung befindet und dazu noch mit dem Mobiltelefon fotografiert, muss man sich nicht über Unschärfe wundern. Ich wollte euch diese Fotos trotzdem nicht vorenthalten, da sie doch deutlich die Lebensfreude der Hunde zeigen. Aufgenommen wurden sie noch vor dem Extrem-Schneefall.
